Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie abends nach Hause kommen und am liebsten nur noch die Stille genießen möchten? Wenn Sie nach einem Tag im Großraumbüro, im Supermarkt oder auf dem Spielplatz mit Ihrem Kind das Bedürfnis haben, sich zurückzuziehen und alle Sinneseindrücke auszublenden?
Dann haben Sie bereits eine Form von Reizüberflutung erlebt – ein Phänomen, das in unserer modernen Welt immer mehr Menschen betrifft. Doch was für viele Menschen gelegentlich vorkommt, ist für Menschen mit ADS/ADHS und ihre Familien oft tägliche Realität.
Was ist Reizüberflutung?
Reizüberflutung entsteht, wenn unser Nervensystem mehr Sinneseindrücke verarbeiten muss, als es bewältigen kann. Stellen Sie sich vor, Ihr Gehirn ist wie ein Computer mit zu vielen geöffneten Programmen – irgendwann wird das System langsam, reagiert verzögert oder stürzt im schlimmsten Fall ab.
In unserer heutigen Zeit sind wir ständig umgeben von Straßenlärm, Telefongebimmel, grellem Licht, bewegte Bilder, usw. Auch die permanente Informationsflut durch digitale Medien sowie die ständige Erreichbarkeit sind Teil der modernen Gesellschaft. Was für neurotypische Menschen anstrengend ist, wird für Menschen mit ADS/ADHS zur besonderen Herausforderung.
Warum ist Reizüberflutung bei ADS/ADHS besonders problematisch?
Bei ADS/ADHS funktioniert die sogenannte Reizfilterung im Gehirn anders. Während die meisten Menschen unwichtige Hintergrundgeräusche oder Sinneseindrücke automatisch ausblenden können, fehlt dieses natürliche Filtersystem bei ADS/ADHS teilweise oder ganz.
Das bedeutet konkret:
– Alle Reize kommen gleichzeitig und mit gleicher Intensität an
– Das Gehirn kann nicht automatisch unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist
– Die ständige Reizverarbeitung kostet enorm viel Energie
– Die Regulationsfähigkeit ist schneller erschöpft
Die typischen Symptome einer Reizüberflutung
Reizüberflutung kann sich sehr unterschiedlich äußern. In meiner Praxis beobachte ich folgende häufige Reaktionen:
Bei Kindern:
– Plötzliche Wutausbrüche oder Weinen „aus dem Nichts“
– Hyperaktivität und nicht zur Ruhe kommen können
– Verweigerung (z.B. nicht mehr weitergehen wollen)
– Sich die Ohren zuhalten oder Augen schließen
– Aggressives Verhalten
– Rückzug und „Abschalten“
– Einschlafprobleme trotz Müdigkeit
Bei Erwachsenen:
– Übermäßige Reizbarkeit und niedrige Frustrationstoleranz
– Konzentrationsschwierigkeiten und „Gedankennebel“
– Erschöpfung ohne erkennbare körperliche Ursache
– Soziale Überforderung (Bedürfnis, allein zu sein)
– Kopfschmerzen oder Migräne
– Innere Unruhe oder Anspannung
– Entscheidungsunfähigkeit bei Kleinigkeiten
– Überessen oder Appetitverlust
– Schlafstörungen
Reizüberflutung bei ADS/ADHS
Warum insbesondere bei ADS/ADHS Betroffenen eine Reizüberflutung in einen negativen Kreislauf gerät erkläre ich in meinem nächsten Artikel. Negativ verstärkt wird die Situation auch dadurch, dass die Überempfindlichkeit häufig als solche erkannt wird. Auch darauf gehe ich in meinem nächsten Artikel konkret ein.
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