Vielleicht haben Sie diesen Satz schon gedacht. Spät abends, wenn das Haus endlich still ist und Sie den Tag Revue passieren lassen. „Habe ich heute wieder alles falsch gemacht? Liegt es an mir, dass es so schwierig ist?“ Viele Eltern von Kindern mit ADS oder ADHS tragen eine Last mit sich, die niemand von außen sieht: das stille Zweifeln an sich selbst. Den leisen Verdacht, irgendwo versagt zu haben. Diese Last möchte ich Ihnen heute von den Schultern nehmen – soweit das mit Worten möglich ist.
ADS/ADHS ist keine Frage der Erziehung
Lassen Sie mich das klar und deutlich sagen, weil es nicht oft genug gesagt wird: ADS und ADHS entstehen nicht durch Erziehungsfehler. Es sind neurobiologische Besonderheiten – die Art, wie das Gehirn Ihres Kindes Informationen verarbeitet, wie es Reize filtert, wie es Aufmerksamkeit reguliert. Das ist keine Frage von Konsequenz oder Nachgiebigkeit, von zu viel Bildschirmzeit oder zu wenig Struktur. Es ist die Art, wie Ihr Kind zur Welt gekommen ist.
Die Forschung ist hier eindeutig: Genetische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle. Viele Eltern erkennen beim Lesen der Diagnose plötzlich sich selbst wieder – in Geschichten aus der eigenen Kindheit, in Mustern, die sie ihr Leben lang als „Eigenheiten“ beschrieben haben. ADS/ADHS ist keine Fehlfunktion. Es ist eine andere Funktion.
Der eigentliche Schmerz: Das Kind in eine Rolle pressen
Wenn ich in meiner Praxis mit Eltern spreche, fällt mir immer wieder etwas auf. Der eigentliche Erschöpfungspunkt liegt selten dort, wo man ihn vermutet. Er liegt nicht im Chaos auf dem Schreibtisch, nicht in den vergessenen Hausaufgabenheften, nicht in den Tränen vor der Schule.
Er liegt im täglichen Ringen zwischen zwei Welten: der Welt, wie das Kind ist – und der Welt, wie es nach außen hin sein soll.
Das Idealbild vom eigenen Kind
Das Schulsystem erwartet Stillsitzen. Die Gesellschaft erwartet Anpassung. Verwandte geben gut gemeinte Ratschläge. Und irgendwann beginnen manche Eltern – unbewusst, aus purer Erschöpfung und dem tiefen Wunsch, ihrem Kind das Leben leichter zu machen – damit, ihr Kind in eine Form zu pressen, die einfach nicht zu ihm passt. Haben Sie sich dabei auch schon ertappt?
Das ist der einzige „Fehler“, über den es sich lohnt nachzudenken. Nicht weil Sie schuld daran wären. Sondern weil es einen anderen Weg gibt.
Annehmen, was ist – und was das bedeutet
Ihr Kind anzunehmen bedeutet nicht, alles gutzuheißen. Es bedeutet nicht, auf Struktur zu verzichten oder Grenzen aufzugeben. Struktur ist für Kinder mit ADS/ADHS sogar besonders wichtig – aber es ist eine Struktur, die zum Kind passt, nicht eine, die das Kind verbiegen soll.
Annehmen bedeutet: Ich sehe dich. Nicht das Kind, das ich mir vielleicht gewünscht hätte. Nicht das Kind, das die Lehrerin gerne hätte. Dich.
Jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit
Kinder mit ADS/ADHS bringen oft außergewöhnliche Stärken mit: eine sprühende Kreativität, ein tiefes Mitgefühl, eine Begeisterungsfähigkeit, die ansteckend ist, ein Gerechtigkeitssinn, der beeindruckt. Diese Stärken gedeihen nur dann, wenn das Kind spürt, dass es in Ordnung ist, so zu sein, wie es ist.
Was Sie wirklich brauchen
Sie brauchen keine Perfektion. Sie brauchen Unterstützung.
Eltern von Kindern mit ADS/ADHS leisten täglich Außergewöhnliches – oft ohne Anerkennung, oft am Limit. In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, wie viel sich verändern kann, wenn Familien nicht mehr allein kämpfen: wenn Eltern verstehen, wie das Nervensystem ihres Kindes funktioniert, wenn individuelle Strategien entwickelt werden, die wirklich zum Kind und zur Familie passen, und wenn der Blick sich verschiebt – weg vom Problem, hin zu den Ressourcen.
ADS/ADHS ist kein Versagen. Weder das Ihres Kindes noch Ihres.
Videotraining für Eltern
Wenn der Alltag mit Ihrem ADS/ADHS-Kind an Ihre Grenzen geht … Sie lieben Ihr Kind – und trotzdem bringen Sie alltägliche Situationen regelmäßig zur Weißglut? Die Hausaufgaben enden in Tränen, Morgenroutinen im Chaos, und abends fragen Sie sich, warum Sie schon wieder laut geworden sind? Sie sind nicht allein. Und Sie sind nicht das Problem.
Mein Therapieangebot
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