Im zuletzt veröffentlichten Artikel habe ich die Zusammenhänge von Reizüberflutung und den typischen Beispielen von ADS/ADHS Betroffenen geschildert. Besser verstehen zu können, was bei Reizüberflutung geschieht ist eine wichtige Grundlage. Lesen Sie dazu den Artikel gerne nochmals durch. Besonders für ADS/ADHS Betroffene verkompliziert sich das Übermaß an vielen Sinneseindrücken zusätzlich.
Der Teufelskreis: Wenn Reizüberflutung ADS/ADHS-Symptome verstärkt
Besonders heimtückisch: Reizüberflutung verstärkt die ohnehin vorhandenen ADS/ADHS-Symptome. Es entsteht ein Teufelskreis:
- Reizüberflutung führt zu Stress im Nervensystem
- Stress reduziert die Selbstregulationsfähigkeit
- Verminderte Selbstregulation führt zu typischen ADS/ADHS-Symptomen wie Impulsivität, Unaufmerksamkeit, emotionaler Dysregulation
- Diese Symptome führen zu weiteren stressigen Situationen (Konflikte, Fehler, Vergesslichkeit)
- Mehr Stress macht das Nervensystem noch anfälliger für Reizüberflutung
In meiner Praxis sehe ich immer wieder, wie sehr sich Symptome verbessern, wenn wir es schaffen, diesen Kreislauf zu durchbrechen und die Reizüberflutung zu reduzieren.
Warum wird Reizüberflutung oft nicht erkannt?
Viele Betroffene – ob Kinder oder Erwachsene – wissen selbst nicht, dass sie unter Reizüberflutung leiden. Sie kennen es nicht anders und halten ihre Reaktionen für eine fehlende Kompetenz ihrerseits „Ich bin nicht belastbar genug“.
Auch im Umfeld wird Reizüberflutung selten als solche erkannt. Stattdessen hören Betroffene aufbauende Sätze „Du musst dich einfach mehr zusammenreißen“. Diese Reaktionen verstärken das Problem, weil sie zusätzlichen emotionalen Stress erzeugen und das Gefühl vermitteln, „falsch“ zu sein.
Der erste Schritt: Erkennen und Anerkennen
Das Wichtigste, was ich meinen Patienten mitgeben möchte: Reizüberflutung ist real. Sie ist neurologisch begründet und keine Schwäche oder Überempfindlichkeit. Wenn Sie sich oder Ihr Kind in diesem Artikel wiedererkennen ist das ein wichtiger erster Schritt. Mit der Erkenntnis rückt die Situation in ein anderes Licht!
Wie geht es weiter?
Die gute Nachricht: Auch wenn Sie die Reizüberflutung in unserer modernen Welt nicht vollständig vermeiden können, gibt es zahlreiche praktische Strategien, die Ihren Alltag erheblich erleichtern können.
Im nächsten Teil dieser kleinen Artikelserie zeige ich Ihnen ein paar konkrete, alltagstaugliche Maßnahmen, mit denen Sie Reizüberflutung vorbeugen und Ihr Nervensystem (oder das Ihres Kindes) schützen können. Sie werden erfahren, wie kleine Veränderungen große Wirkung haben können – und wie Sie wieder mehr Gelassenheit in Ihren Alltag bringen.
Mein Therapieangebot
Sie möchten mehr über ganzheitliche Behandlungsansätze bei ADS/ADHS erfahren? In meiner Praxis begleite ich Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Weg zu mehr Selbstregulation und Lebensqualität. Informieren Sie sich gerne auf meiner Homepage und nutzen die kostenfreien Angebote um mich näher kennen zu lernen.
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