Der Wunsch, dazuzugehören, ist kein Luxus – er ist ein biologisches Grundbedürfnis. Bereits der Psychologe Abraham Maslow beschrieb soziale Einbindung als eine der zentralen menschlichen Antriebskräfte, gleich nach den körperlichen Grundbedürfnissen und dem Bedürfnis nach Sicherheit (Maslowsche Bedürfnispyramide). Unser Gehirn ist von Natur aus auf Gemeinschaft ausgerichtet: Soziale Ausgrenzung aktiviert dieselben Schmerzareale wie körperlicher Schmerz.
Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADS oder ADHS gilt dieses Grundbedürfnis in besonderem Maße – und doch ist seine Erfüllung für sie mit besonders vielen Hürden verbunden.
Warum soziale Anpassung ADS/ADHS-Betroffenen schwerer fällt
ADS und ADHS sind weit mehr als Konzentrationsschwierigkeiten. Sie beeinflussen, wie Menschen Reize verarbeiten, Impulse regulieren und soziale Signale wahrnehmen. In meiner Praxis begegne ich täglich Betroffenen, die sich aufrichtig bemühen – und dennoch immer wieder aus dem Takt geraten:
- Impulsivität führt dazu, dass Sätze unterbrochen, Gefühle ungefiltert ausgedrückt und soziale Grenzen unbeabsichtigt überschritten werden.
- Emotionale Dysregulation lässt Reaktionen intensiver wirken, als sie gemeint sind – was Missverständnisse provoziert.
- Reizoffenheit macht es schwer, in Gruppen ruhig und präsent zu bleiben.
- Zeitblindheit und Vergesslichkeit werden von anderen oft als Desinteresse oder Respektlosigkeit gewertet.
Das Tragische daran: Die meisten Betroffenen spüren sehr wohl, dass „etwas nicht stimmt“ in der Interaktion – sie wissen oft nur nicht, was oder warum.
Zugehörigkeit als therapeutischer Schlüsselfaktor
In meiner ganzheitlichen Arbeit mit ADS/ADHS-Betroffenen zeigt sich immer wieder: Das Gefühl, wirklich dazuzugehören – in der Schule, der Familie, am Arbeitsplatz, bei Freunden oder in einer Freizeitgruppe – wirkt sich direkt auf die Symptomschwere aus.
Wer sich angenommen fühlt, schüttet weniger Stresshormone aus. Das Nervensystem kommt zur Ruhe. Und ein reguliertes Nervensystem ist die Voraussetzung für Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und emotionale Stabilität – genau jene Bereiche, die bei ADS/ADHS betroffen sind. Zugehörigkeit ist damit keine angenehme Begleiterscheinung auf dem Weg zur Gesundheit – sie ist ein wesentlicher Teil der Heilung selbst.
Was das für Betroffene und ihr Umfeld bedeutet
Wenn Sie selbst betroffen sind: Suchen Sie aktiv Gemeinschaften, in denen Sie sich zeigen dürfen wie Sie sind – sei es eine ADHS-Selbsthilfegruppe, eine kreative Gruppe (Kunst, Musik) oder ein Sport, der zu Ihrem Wesen passt. Filtern Sie Ihre privaten Kontakte und verbringen Sie mit den Menschen mehr Zeit, in deren Gegenwart Sie sich aufgehoben und „gesehen“ fühlen.
Wenn Sie Elternteil, Partner oder Lehrkraft sind: Das wichtigste Geschenk, das Sie machen können, ist bedingungslose Zugehörigkeit zu signalisieren – unabhängig von Leistung oder Anpassung.
Denn jeder Mensch verdient einen Ort, an dem er einfach sein darf, wer er ist.
Mein Therapieangebot
In meiner Praxis arbeite ich zum Schwerpunkt ADS/ADHS und behandle Kinder, Jugendliche und Erwachsene ganzheitlich. Nutzen Sie die Informationsangebote auf meiner Homepage, meine kostenfreie Emailserie oder auch mein Webinar zum Thema ADS/ADHS. Ich biete ebenfalls ein kostenfreies telefonisches Erstgespräch (15-Minuten) für Ihre Fragen an.
Häufig gestellte Fragen, die in diesem Artikel aufgegriffen werden
- Warum fühlen sich Menschen mit ADS/ADHS so oft als Außenseiter?
- Kann soziale Einbindung ADS-/ADHS-Symptome wirklich lindern?
- Wie finde ich als Erwachsener mit ADS/ADHS eine passende Gemeinschaft?
- Ist das Bedürfnis nach Zugehörigkeit bei ADS-/ADHS-Betroffenen stärker als bei anderen?
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