Hyperaktivität bei ADHS

Wo ist die Grenze zwischen „besonders aktiv“ und „Hyperaktivität“? Kann sich das ändern oder bleibt Hyperaktivität ein Leben lang gleich? Geht es meinem Kind gut damit?
Dies sind einige Fragen, mit denen Eltern von ADHS betroffenen Kindern auf mich in meiner Praxis zukommen. Ich behandle ganzheitlich zum Schwerpunkt ADS und ADHS Kinder sowie Erwachsene und nehme zum Thema Hyperaktivität hier gerne Stellung.

Hyperaktivität als Symptom eingeordnet

Als eines der zentralen Symptome bei ADHS gilt Hyperaktivität zudem als eines der Herausforderndsten für die betroffenen Familien. Hyperaktivität bedeutet ein besonders ausgeprägter Bewegungsdrang. Nicht selten schildern mir Eltern betroffener Kinder, dass der Bewegungsdrang ganztags sehr hoch ist und sie sich fragen, woher ihr Kind diese Energie überhaupt nimmt. Es kann aber auch sein, dass es bestimmte Tageszeiten gibt, zu denen die Hyperaktivität auftritt.

Was ist noch normal?

Gerade wenn sich Eltern mit dem Verdacht von ADHS auseinandersetzen fragen sie sich, wo die Grenze zwischen viel Bewegungsdrang und Hyperaktivität ist. Je nach Alter haben Kinder einen unterschiedlichen Bedarf an Bewegung. Ich stelle auch fest, dass besonders Jungs häufig noch bis ins Grundschulalter hinein viel mehr Bewegung brauchen, während Mädchen sich durchaus schon länger und gerne auf Aufgaben konzentrieren wollen. Der Bewegungsbedarf ist aber grundsätzlich individuell und nicht zwangsweise vom Geschlecht abhängig. Eine pauschale Antwort auf die Frage gibt es meiner Ansicht nach nicht. In meiner Praxis bespreche ich das intensiv mit den Eltern anhand des beispielhaften Verhaltens des eigenen Kindes.

„In der Schule kann mein Kind sich bremsen, zu Hause aber gar nicht“

Oder auch: „Die Unruhe, die mein Kind in der Schule zeigt, kenne ich so von meinem Kind gar nicht“

Beide Ausprägungen habe ich schon von Eltern gehört. Aber eines haben diese Aussagen gemeinsam: das Verhalten ist auswärts bzw. konkret hier in der Schule entgegengesetzt zu dem Verhalten, welches die Eltern im häuslichen Umfeld beobachten. Und natürlich drängt sich da die Frage auf, warum dies so unterschiedlich sein kann. Auch hier lässt sich das nicht pauschal für alle Kinder beantworten. Aber generell darf Eltern bewusst sein, dass Kinder ihr Verhalten schon anpassen – ob bewusst oder unbewusst. Im sozialen Miteinander lernen Kinder bereits im Kindergarten gruppendynamische Prozesse und beginnen ihr Verhalten zu adaptieren. Wie gut das klappt hat mit der individuellen Entwicklung zu tun. Viele Eltern haben Selbstzweifel, wenn das Verhalten so unterschiedlich ist. Was genau die Hintergründe im Einzelfall sind besprechen wir bei meinem therapeutischen Ansatz.

Wächst sich Hyperaktivität „raus“?

Das ist eine Sorge die viele Eltern umtreibt. Denn die Vorstellung, wie sich der Bewegungsdrang des eigenen Kindes in und über die Pubertät hinaus entwickeln könnte, ist häufig beklemmend. Alle Kinder entwickeln sich und wenn wir ehrlich sind, entwickeln sich auch Erwachsene weiter. Somit ist es offen, wie sich eine Ausprägung im Laufe des Lebens verändern kann.

Welche Lösung kann es geben?

Genauso wie Eltern im hier und jetzt Wege mit ihrem Kind suchen werden müssen mit dem starken Bewegungsdrang umzugehen, sollte auch in der Zukunft immer wieder geprüft werden, was das Kind braucht, um sich wohl zu fühlen. Ob das bedeutet, dass Sport auch weiterhin eine große Rolle spielen wird oder andere Maßnahmen hilfreich erscheinen, bleibt dabei offen. Ich ermutige Eltern dazu, mit ihrem Kind auszuprobieren, was Spaß macht und guttut. Und ich erkläre Eltern, dass es viel hilfreicher ist die Herausforderung anzunehmen, als die Symptomatik als Belastung innerlich nervend abzulehnen. Dies raubt nur Energie – anstatt zu sehen, dass beispielsweise eine gemeinsame Runde mit dem Fahrrad nach dem Abendessen doch eigentlich ganz entspannend sein kann.

Mein Therapieangebot

Ich behandle in meiner Praxis ganzheitlich zum Schwerpunkt ADS / ADHS Kinder und Erwachsene. Informieren Sie sich gerne auf meiner Homepage, lesen meine Blogbeiträge dazu und nutzen auch die kostenfreie Emailserie. Speziell für Eltern gibt es auch einen Videokurs. Gerne können Sie mir im Rahmen eines ersten kostenfreien Telefonats (15-minütiges Erstgespräch) Ihre Fragen stellen.

Diese Fragen werden in meinem Artikel beantwortet.

  1. Ab wann spricht man wirklich von Hyperaktivität – und wann ist es einfach ein hoher Bewegungsdrang?
  2. Warum verhält sich mein Kind in der Schule anders als zu Hause?
  3. Wächst sich Hyperaktivität mit der Zeit „raus“?

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