Eskalation frühzeitig erkennen

Emotionale Ausbrüche sind insbesondere bei ADS/ADHS betroffenen Kindern sehr herausfordernd im Alltag. In meiner Praxis werde ich oft danach gefragt, wie Sie als Eltern Eskalationssituationen vermeiden können. Ich kann gut verstehen, dass Eltern sich damit auseinandersetzen und nach Lösungen suchen. Wie Sie Warnsignale erkennen können, um frühzeitig zu reagieren, lesen Sie in diesem Artikel.

Beruhigung eines ADS/ADHS Kindes

In meinem ersten Artikel zum Thema Beruhigung eines ADS/ADHS Kindes ging es vornehmlich darum, wie Sie als Eltern reagieren können, wenn es schon „zu spät“ ist und vielleicht sogar eine scheinbar belanglose Situation eskaliert ist. Wie sich besser aufstellen können, um Ihrem Kind zu helfen sich zu regulieren, lesen Sie in dem vorherigen Blogartikel.

Mögliche körperliche Signale

Wenn Sie körperliche Reaktionen wahrnehmen, bedeutet das, dass Überlastung bereits stattfindet, ohne dass Ihr Kind das selbst benennen kann. Typische Reaktionen sind Unruhe wie herumzappeln, nicht stillsitzen können, Muskelanspannung oder Fäuste ballen. Manchmal reagiert ein Kind auch mit einem veränderten Atemrhythmus oder eine Berührungs- und Geruchsempfindlichkeit nimmt zu.

Reizüberflutung erkennen

Eine zunehmende Reizbarkeit auf Kleinigkeiten Ihres Kindes ist ebenfalls ein klassisches Warnsignal. Die Stimmungswechsel kommen plötzlich, für Sie als Eltern ohne erkennbaren äußeren Anlass. Ihr Kind erlebt die Situation häufig als eine Art von Kontrollverlust, weil es meist selbst überrascht wird von der Reaktion. Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger fällt es ihnen auch noch, Gefühle zu benennen.

Wenn sich das Verhalten untypisch verändert

Haben Sie schon einmal Situationen erlebt, in denen ihr Kind völlig anders reagiert als normalerweise? Aufgaben, dies es für gewöhnlich macht, werden verweigert. Ihr Kind igelt sich plötzlich ein oder zeigt ein ungewöhnlich lautes, wildes Verhalten. Oder das Austesten von Grenzen steht wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Das, was für Sie als Eltern wie „Trotz“ wirkt, könnte ein Regulierungsversuch des Kindes sein, die eigene Stabilität wieder zu gewinnen.

Kurz vor dem Ausbruch

Verbale Zeichen sind meist die letzten Warnsignale kurz vor einer Eskalation. Ob das Kind nur lauter wird, verzögert oder gar nicht antwortet oder sich die Antworten durch ein starkes „schwarz-weiß Denken“ auszeichnen – all das kann den nahenden Ausbruch ankündigen.

Warnsignale erkennen

Grundsätzlich dürfen Sie verstehen, dass jedes Kind andere Signale zeigt und keinesfalls sollten Sie auf alle Signale warten! Auch können die Signale unterschiedlich sein, sich abwechseln. Durch gutes Beobachten erkennen Sie aber schnell die typischen Signale für Ihr Kind.

Was tun Sie, wenn Sie die Signale Ihres Kindes erkennen?

Da ein Ausbruch häufig sehr schnell nach einem ersten Warnsignal auftreten kann, ist es nicht nur hilfreich diese zu kennen, sondern in dem Moment auch zu reagieren. Wenn Sie nur denken „Jetzt kommt gleich der Ausbruch.“, sind Sie zwar emotional vorbereitet, stecken aber dennoch drin. Sinnvoller ist es sicherlich durch ein Warnsignal aufzuhorchen und das Kind umgehend emotional abzuholen. Auf eine feinfühlige Art und Weise, die zu Ihnen und Ihrem Kind passt. Was Sie zudem noch tun können lesen Sie im nächsten Blogartikel dieser Reihe.

Mein Therapieangebot

In meiner Praxis begleite ich nicht nur Kinder und Erwachsene zum Schwerpunkt ADS/ADHS, sondern biete auch einen Selbstlernkurs für Eltern von ADS/ADHS betroffenen Kindern an. Nutzen Sie auch gerne mein Angebot eines kostenfreien Erstgespräch (15-minütiges Telefonat).

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